< Presse / Pressemeldung

Pressemeldung 08.11.2009 in der Hohenloher Zeitung

Umdenken und umräumen
In den Kindergärten in Lauffen wurde manches neu angeschafft, vieles konnte umfunktioniert werden und alle haben kräftig Möbel gerückt.
Von Elke Khattab

Von Elke Khattab

Rechnen, entdecken, konstruieren - das Angebot für den Nachwuchs wollen die Erzieherinnen deutlich verbessern. Foto: Archiv/ Muth

 

Lauffen - Manches wurde neu angeschafft, vieles konnte umfunktioniert werden und alle haben kräftig Möbel gerückt. Eine Menge bewegt haben die Lauffener Erzieherinnen in den vergangenen Monaten im Rahmen ihrer Teilnahme am Projekt "MINT-Zentrum-Elementarpädagogik", um den mathematisch-naturwissenschaftlichen und technischen Bereich für die jungen Kindergartenbesucher in der Praxis erlebbar zu machen. "Die Einrichtungen waren durch die Umstrukturierungen sozusagen Baustellen. Aber jetzt haben alle städtischen und konfessionellen Kindergärten eine einheitliche und optimale Grundlage", lobt Bürgermeister Klaus-Peter Waldenberger das Engagement der Erzieherinnen.

Orientierungsplan Bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung des Projektes präsentierten die Erzieherinnen aus insgesamt neun Einrichtungen die Umsetzung der Anregungen, die sie mit den beiden begleitenden Fachkräften Edeltraud Klar und Franz Reinalter, Lehrer am Kompetenzzentrum Elementarpädagogik der Richard-von-Weizsäcker-Schule Öhringen, ausgearbeitet hatten.

"Die Erzieherinnen gehen oft mit Vorbehalt an die Themen Naturwissenschaft, Technik und Mathematik heran. Durch die Fortbildung und neue Denkansätze wurden sie an diese Themen herangeführt und können die Inhalte jetzt auch besser vermitteln", erklärt Maria Schellenberger, Gesamtleiterin der städtischen Kindergärten.

Experimente Ausgangspunkt war zunächst eine Bestandsaufnahme durch die beiden Fachkräfte vor Ort im März dieses Jahres. Unter Berücksichtigung des Bildungs- und Entwicklungsfeldes "Denken" aus dem Orientierungsplan reflektierten Edeltraud Klar und Franz Reinalter bei zwei weiteren Besuchen dann gemeinsam mit den Erzieherinnen die Zielsetzungen im Hinblick auf die räumliche Gestaltung und Materialbereitstellung. Im Ergebnis wurde einerseits kräftig umgeräumt, andererseits kaufte man Werkzeuge wie Lupen, Waagen oder Messbänder. Vorhandenes Material wurde thematisch neu zusammengestellt und ein ausrangierter Teewagen kurzerhand in ein rollendes Materialregal umfunktioniert. Als wichtigste Elemente für das naturwissenschaftliche Experimentieren aber zeigten alle Einrichtung stolz die Realisierung je einer Sand- und Wasserecke.

Besonders betont wurde die Unterstützung der Eltern bei der Bereitstellung von Material: "Das hat uns gezeigt, dass der Umgestaltungsprozess nicht nur in unseren Köpfen stattgefunden hat", heißt es aus dem Kindergarten Brombeerweg. Für die Zukunft haben die Erzieherinnen noch viele Ideen: "Es ist ein laufender Prozess. Wir befinden uns noch in der Entwicklung, aber das Projekt ist eine große Bereicherung", lautet das allgemeine Fazit.

Noch dazu handelt es sich bei den präsentierten Forscher-, Tüftler- und Technik-Ecken nicht um statische Experimentiermöglichkeiten: "Ihre Themen richten sich nach aktuellen Fragen im Kindergarten", betont Edeltraud Klar. Abschließend gibt sie den Erzieherinnen weitere Impulse: Durch Exkursionen in Handwerksbetriebe könnten die Themenbereiche ebenso vermittelt werden wie durch das gemeinsame Arbeiten mit entsprechenden Fachleuten etwa im Außenbereich der Einrichtungen. "Es war eine fruchtbare Zusammenarbeit, der Prozess war sehr offen", betont der evangelische Pfarrer Gunter Bareis. Und: "Der Blick von außen war wichtig."

Edeltraud Klar (links) und Franz Reinalter betreuten das Projekt. Bei der Abschlussveranstaltung gingen die Fachgespräche weiter.
Foto: Elke Khattab

 

 

http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/neckar-zaber/sonstige;art1910,1685382

Drucken Zum Seitenanfang