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Pressemeldung 25.11.2008 in der Hohenloher Zeitung

Neue Einsichten in kindliches Denken
Fachforum „Naturwissenschaftliches Denken von Kindern und die Didaktik für den elementaren Bildungsbereich Naturwissenschaft und Technik„.

Öhringen „Was wir mit unserem Körper nicht erlebt haben, das können wir im Kopf nicht denken!“ Mit dieser provozierenden These eröffnete Diplom-Pädagogin Diana Rosenfelder ihren Einführungsvortrag in das vom Kompetenzzentrum Elementarpädagogik an der Richard-von-Weizsäcker-Schule veranstaltete Fachforum “Naturwissenschaftliches Denken von Kindern und die Didaktik für den elementaren Bildungsbereich Naturwissenschaft und Technik“. Über 100 Erzieherinnen aus Hohenlohe waren der Einladung zu einer Fortbildung gefolgt, die eine der wichtigsten Herausforderungen der nächsten Jahre und Erzieher thematisiert.

Zusammenhänge begreifen So wurde konträr diskutiert: „Naturwissenschaften im Kindergarten – muss das denn sein?“ so fragten sich zunächst manche der Teilnehmerinnen und fanden überzeugende Antworten in Diana Rosenfelders Vortrag. Dass es nicht um eine Übertragung entsprechender Schulfächer auf den Kindergarten gehen könne, machte sie klar und zeigte an konkreten Beispielen, wie Kinder in Sinnzusammenhängen geradezu spielerisch naturwissenschaftliche Zusammenhänge begreifen können: Ein Wasserlauf im naturnah gestalteten Garten und Aufenthalte im Wald seien für die Entwicklung des kindlichen Denkens weitaus bedeutsamer, als Experimente durchzuführen, bei denen es um richtig oder falsch geht.
„Ganzheitliches Lernen ist sinnvoller als isolierte Zusammenhänge, wie sie genau definierte Lehrpläne suggerieren“, erteilte Diana Rosenfelder einer zu starken Verschulung des Kindergartens eine Absage. Und zum ganzheitlichen Lernen gehöre eben auch die Körpererfahrung betonte die Diplompädagogin, die am Lehrstuhl des Kölner Pädagogik- Professors Gerd E. Schäfer zum Thema Natur forscht.
Der Zustimmung ihrer Zuhörerinnen konnte sich die Kölner Wissenschaftlerin schließlich sicher sein: So ergänzte Renate Schleicher vom Kinderhaus in Neuenstein: „Es braucht Erzieherinnen, die neugierig sind auf die Lernwege der Kinder und die Zusammenhänge in der Natur. Wer die Phänomene der Natur selbst erlebt hat und auch über Fachwissen verfügt, kann den Kindern eine kompetente Partnerin sein.“

Beobachten und Ausprobieren Strukturiertes Heranführen an Naturphänomene mit viel Zeit zum Beobachten und Ausprobieren – das war die Formel, die an diesem Samstagnachmittag Konsens schaffte. Die Aufwertung der frühkindlichen Förderung und die entsprechende Qualifizierung der Sozialpädagogen seien nicht nur das Gebot der Stunde, sondern wichtigster Aspekt einer in den nächsten Jahren zu realisierenden Qualitätsoffensive in den Kindergärten der Region. Am Schluss drückte Edeltraud Klar als eine der Verantwortlichen des Kompetenzzentrum an der Richard-von-Weizsäcker-Schule die Hoffnung aus, „dass die Einsicht in unserer Gesellschaft wächst, dass Kindergartenkinder Natur im Spiel erleben und erfahren müssen, um später in der Schule abstrakte Formeln und Zusammenhänge zu verstehen.“

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