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Was machen die Arbeiter in der Firma aus Metall? (von Andrea Ilzhöfer)
Andrea Ilzhöfer
Dieses Projekt fand in der Firma BASS in Niederstetten mit den Kindern des Kindergartens Rinderfeld als so genannte
MINTecWerkstatt
statt. MINTec steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. MINTecHohenlohe ist eine Bildungsinitiative der Innovationsregion Kocher & Jagst e.V., die Kindern und Jugendlichen mit Hilfe von MINTecWerkstätten einen Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Themen ermöglichen und dadurch das Interesse an Naturwissenschaften und Technik wecken möchte.
































Wir kamen in der Firma an und durften zuerst mal in den Besprechungsraum. Dort wurden wir von Herrn Friedrich, dem Ausbildungsleiter und den Auszubildenden Lisa Lotter, Marion Rupp und Matthias Gundel begrüßt. Auch die Chefin der Firma Frau Dr. Leenen und die Beauftragte für MINTec Frau Hörber waren dabei und wollte schauen was die Kinder denn so machen.

Nach einer Vorstellungsrunde durfte jedes Kind in ein Säckchen fassen, fühlen und beschreiben wie sich das denn anfühlt was sie gerade ertasten. Anschließend ging es an die Arbeitsplätze. Die Aufgabe war: Wie kann man die verschiedenen Materialien bearbeiten. Einfach ausprobieren und schauen ob und wie es geht. Frage der Erzieherin: „Mit was kann man denn die verschiedenen Materialien bearbeiten?” Kind: „Mit dem Eisenbohrer durch bohren.” Kind: „Mit der Eisensäge abschneiden.” Erzieherin: „Was ist leichter zu sägen? Holz oder Stahl?” Kind: „Holz geht leichter.” Darauf sagte ein anderes Kind: „Eigentlich geht die Eisensäge auch leicht. Wir mussten mal Sachen von meiner Schwester reparieren und da war mein Onkel da und der kann gut Sachen reparieren und da durften wir dann auch mit der Eisensäge sägen. Da hat er uns mal gelassen.” Erzieherin: „Sehen die Eisensägen genauso aus wie Holzsägen?” Ein Kind antwortete: „Nein die sehen nicht gleich aus. Manche Eisensägen sind lang.”

Herr Friedrich zeigte den Kindern die verschiedenen Materialien die bereit lagen wie Holz, Plastik, Stahl, Messing und Aluminium und sagte zu ihnen: „Hier könnt ihr mit dem Meisel, dem Hammer und der Säge ausprobieren was leichter oder schwerer geht.” Die Kinder probierten es aus. Dann schnitten die Kinder ein Gewinde und Herr Friedrich erklärte ihnen: „Zuerst geht die Schraube noch nicht rein. Darum muss das Stahlstück in den Schraubstock eingespannt werden. Dann wird das Schneideisen auf den Bohrer aufgesetzt. Dann muss man am Loch ansetzten, zwei Runden drehen und wieder ein Stück zurück.” Jedes Kind durfte ein Gewinde schneiden. Und dann passte die Schraube auch in das Gewinde. Das ist ganz schön spannend, wenn man probiert ob es wirklich geht. Auf nachfragen der Erzieherin was ein Kind da macht kam die Antwort: „Ein Loch für die Schraube. Das Öl muss da rein damit es leichter zum reinschrauben geht.”

An einem anderen Arbeitsplatz wurden Sägeversuche durchgeführt. Wieder waren verschiedene Materialien vorhanden und eine Eisensäge. Kind: „Das Plastik geht leichter als das Eisen.” Ein anderes Kind: „Da muss man zuerst eine Kerbe rein machen und dann sägen.” Erzieherin: „Woran könnte es liegen dass es so gut geht?” Kind: „An dem Sägeblatt.” Auch Frau Leenen hatte Fragen an die Kinder: „Wann kann man besser sägen, wenn man die Säge gerade oder schief hält?” Kind: „Wenn man schief sägt, weil es dann besser geht, wenn ich sie schräg halte.”
Frau Leenen: „Wie hält man die Säge damit sie nicht so wackelt?” Kind: „Mit beiden Händen, manchmal ist es besser wenn man sie unten hält.” Kind: „Wenn die Zacken am Sägeblatt kleiner sind dann geht das Sägen besser.” „Und was würde passieren wenn die Zähne größer sind” fragte Frau Leenen. Das Kind antwortete: „Dann gehen sie kaputt.”

Zwischendurch musste man auch mal eine kleine Denkpause von der Arbeit einlegen und einfach nur den schönen Ausblick genießen und rausschauen. Und dann gibt es in der Firma ja noch etwas sehr interessantes. Die Maschinen! Bevor es aber zu den Maschinen ging, machten wir das was die Arbeiter in der Firma auch machen wenn sie Hunger haben. Sie machen eine Pause und essen was.
Im Besprechungsraum wurden die Täschchen ausgeräumt und gegessen und getrunken.
Ein Kind fragte: „Warum wird denn hier die Wand nicht angestrichen?” Erzieherin: „Was vermutest du?” Kind: „Weil sie zu faul sind.” Ein anderes Kind: „Ich habe auch eine Idee. Sie wird nicht angestrichen, weil vielleicht die Wand in einer Werkstatt dreckig wird.”

Nach dem Essen wurde besprochen und festgestellt, dass Stahl schwerer zum Hämmern ist als Aluminium. Alle Kinder waren sich aber einig, dass das Gewindeschneiden am allerleichtesten war. Beim Sägen ging das goldene Metall (Messing) am leichtesten und Holz ging am schwierigsten. Die Erzieherin fragte: „Warum ging Holz nicht so leicht zum sägen?” Ein Kind antwortet: „Weil es eine Eisensäge war. Die Zacken müssen beim Holz größer sein, dann geht es besser.”

Und dann wurde endlich die Firma besichtigt. Zuerst konnte man sehen wie ein Gewindebohrer am Anfang aussah und wie zum Schluss. Dann ging es durch die Firma und wir haben geschaut wie das nun so gemacht wird. Am interessantesten waren natürlich die Roboter. Ein Kind stellte fest, dass der Roboter sich wie ein Mensch bewegt. Die Kinder zählten wie lange der Roboter vor der Türe warten muss bis die Türe wieder aufgeht. Unter der Lupe wurden dann die Gewindebohrer alle angeschaut, ob sie auch in Ordnung sind. Kind: „Unter der Lupe war meine Hand so dick.” Und dann waren da auf einmal Walnüsse in der Fabrik. Warum das denn? Herr Friedrich erklärte den Kindern, dass die Walnüsse sehr hart sind und weil sie hart sind, kann man damit die Bohrer bearbeiten die ja auch sehr hart sind. Ein Kind sagt: „Ja, aber die Bohrer sind doch härter als die Walnüsse.” Herr Friedrich erklärte, dass die Bohrer zuerst noch sehr scharf sind und mit den Walnüssen werden die Bohrer poliert.

Danach schauten wir noch die Büroräume an. Von oben sahen die Kinder ihren Arbeitsplatz und stellten fest, dass sie ihren Arbeitsplatz noch gar nicht aufgeräumt hatten. Also ging es schnell wieder nach unten und wir räumten den Arbeitsplatz auf. Bevor die Kinder dann von den Eltern abgeholt wurden, bekam jedes Kind noch einen Gewindebohrer geschenkt.
   
   
 
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