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Wir machen jetzt auch eine Baustelle! Teil 3 (von Franz Reinalter)
Franz Reinalter
Team Hälden
Dieses Projekt fand im Hälden in Ingelfingen als so genannte
MINTecWerkstatt
statt. MINTec steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. MINTecHohenlohe ist eine Bildungsinitiative der Innovationsregion Kocher & Jagst e.V., die Kindern und Jugendlichen mit Hilfe von MINTecWerkstätten einen Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Themen ermöglichen und dadurch das Interesse an Naturwissenschaften und Technik wecken möchte. MINTecHohenlohe wird bis Dezember 2010 von der Landesstiftung Baden-Württemberg gefördert.






















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Inzwischen konnten die Kinder das Spielhaus schon richtig gut nutzen. Noch waren wir aber nicht fertig mit unserer Baustelle, denn wir wollten ja noch die Sache mit dem Wasser abschließen. Zu Beginn hatten wir schon Abflussrohre im Boden verlegt. Die Anschlüsse ragten aus dem Boden heraus.
Zunächst sollte es darum gehen ein Waschbecken zu installieren. Nachdem die Kinder den Platz im Häusle festgelegt hatten, schauten wir uns das Waschbecken an, das unser Fachmann vom Bauhof mitgebracht hatte. Herr Winterhalter erklärte uns, warum die Rohre unter einem Waschbecken immer so auf und ab gehen. Die Kinder zeichneten einen Plan, wie sie sich das vorstellen, wie das Wasser vom Waschbecken über die Abflussrohre ins freie fließen kann. Und dann installierten die Kinder gemeinsam mit dem Fachmann das Waschbecken. Da wurde unterfüttert, geschraubt, gesägt, eingefettet, zusammengesteckt und getestet. Das Wasser, das oben in das Becken gegossen wurde, kam tatsächlich durch das Abflussrohr heraus. Suuuper.
Am nächsten Tag stellten wir die Kinder vor die Frage, wo wir denn unser Wasser herbekommen könnten. Ob es noch andere Möglichkeiten geben könnte, als es mit der Gießkanne hineinzuschütten. Am Häusle schauten wir uns an, wie das Wasser vom Hausdach herunterfließt – mit der Gießkanne hatten wir Wasser aufs Dach gegossen, da es an diesem Tag nicht regnete. Wir schauten uns die anderen Häuser an, und stellten fest, dass dort Regenrinnen, das Wasser sammeln. Somit wussten wir, was wir für unser Häusle benötigen: eine Regenrinne.
Jetzt ging es an’s Schaffen. Hr. Winterhalter hatte Holz besorgt, das wir zunächst auslegten, und dann zu einer Rinne zusammenschraubten. Nachdem wir dies geschafft hatten befestigten wir die Rinne am Häusle und probierten, ob sie das Wasser auch tatsächlich auffängt und weiterleitet. Huuuuurra es klappte!
Danach bauten wir an’s Häusle noch eine Halterung, und stellten ein Fass darauf. Was das sein sollte konnten sich die Kinder zunächst noch nicht erklären. Aber wir waren schließlich auch noch nicht fertig.

Vor dem nächsten Werkstatt-Tag ergab sich jedoch eine Spielsituation rund um das Thema Transport von Wasser, die wir einfach ohne Kommentar in Bildern dokumentieren wollen.

Eine Zeit lang waren die Kinder mit dieser Lösung für ihr Spiel zufrieden. Aber mit der Zeit war schon auch klar, dass unsere Wasserinstallation noch nicht ganz perfekt war. Wir konnten zwar das Wasser vom Dach über die Regenrinne und die Rohre in der Wassertonne sammeln, aber von dort sollte es zum Waschbecken kommen. Schläuche hinhalten funktionierte schon auch. Aber gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit?
Diese Frage stellten wir den drei Auszubildenden unserer Partnerfirma, die im November 09 für zwei Wochen bei uns im Kindergarten waren. Die hatten eine Idee und besprachen sie mit den Kindern: das Wasser in einen Eimer laufen lassen, der an einem Seil nach oben gezogen wird und das Wasser dann so ausschüttet, dass es über einen Schlauch ins Waschbecken laufen kann. Das war die Idee. Die Bilder dokumentieren, wie diese Idee im Laufe der zwei Wochen Stück für Stück umgesetzt wurde. Die konkrete Lösung wurde in diesem Prozess entwickelt. Immer wieder gab es ein neues Problem das gelöst werden musste. Ideen wurden gesammelt, manche wieder verworfen, andere umgesetzt, bis am Ende dann unser einmaliges Wassertransportsystem entstand. Wir finden es klasse, weil die Kinder beim Bauen vielfältige Erfahrungen machten und sie beim Spielen ihr Bauwerk aktiv nutzen können. Auch weiterhin bietet das Häuschen Herausforderungen, die zu Verbesserungen anregen können. Wie z.B. muss man es machen, dass möglichst wenig Wasser beim Hochziehen und Umschütten verschüttet wird? Oder auch anders herum: Wie muss ich es machen, dass möglichst viele Kinder die in der Nähe stehen, nass werden?
Fragen gibt es noch viele.

Ob unsere Baustelle noch weitergeht? Das wissen wir noch nicht. Mal schauen, welche Ideen uns und die Kinder noch anfliegen.
   
   
 
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