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Können wir mit Formen spielen?   (von Manuela Guse)
Manuela Guse

Mathematik-Projekt im Kindergarten „Spatzennest“ in Langenbrettach von Manuela Guse:

Formen unterscheiden und benennen können, ist die Grundvoraussetzung, um die Gegenstände in unserer Welt überhaupt voneinander unterscheiden und ihnen einen Namen geben zu können. Zudem ist Geometrie ein elementarer Bereich der Mathematik, auf den weitere Fähigkeiten aufbauen. Die Kinder erfahren, dass sich die Gegenstände durch ihre unterschiedliche Form unterscheiden lassen. Die Wahrnehmungen werden aber in der Regel noch nicht weiter verarbeitet. Das Kind erkennt die Form noch nicht als Merkmal des Gegenstandes, sondern sie ist der Gegenstand. Damit Kinder dies verstehen können, muss ihnen die Gelegenheit geboten werden, die Formen aktiv wieder zu finden und wieder zu entdecken.

1. Aktivität: Bildbetrachtung
Als Einstieg in das Projekt habe ich mit den Kindern eine Bildbetrachtung von Kandinsky gemacht. Die Kinder konnten Kreise, Dreiecke, Quadrate und Rechtecke in diesem Bild erkennen. Wir haben uns die verschiedenen Formen genauer angeschaut und festgestellt, dass sie unterschiedliche Größen und Farben hatten. Die Drei- und Rechtecke hatten zudem unterschiedliche Formen. Einzelne Kinder konnten den Formen direkt die entsprechenden Namen zuordnen. Schwierigkeiten hatten sie allerdings bei der Unterscheidung von Quadrat und Rechteck. Nach genauerem Hinsehen haben die Kinder festgestellt, dass das Rechteck „länglich“ ist und das Quadrat „eckig“. Im Anschluss haben die Kinder selbst die Formen, die sie auf dem Bild gefunden hatten auf Papier gemalt.

2. Aktivität: Formen basteln
Ich ließ die Kinder aus einem Säckchen je eine Form ziehen, diese beschreiben und benennen. Anschließend haben die Kinder selbst Formen aufgezeichnet und ausgeschnitten. Dabei haben sie die vorgefertigten Plastikformen als Schablonen verwendet. Die gebastelten Formen wurden alle in die Mitte gelegt und wir haben das Spiel „Formensuchen“ gespielt: „Gib mir das kleine, rote Dreieck!“ „Gib mir das große, grüne Quadrat!“ usw. Zum Abschluss hat jedes Kind allerdings eine bestimmte Form z. B. alle kleinen, gelben Rechtecke eingesammelt. Die Kinder haben das Spiel erstaunlich gut gemeistert, obwohl sie auf drei Merkmale achten mussten. Teilweise haben sie aber noch Dreiecke mit Quadrate und Quadrate mit Rechtecke vertauscht.

3. Aktivität: Formen im Umfeld
Ich habe die Formen beschrieben und geäußert, was alles so aussieht, wie die entsprechende Form und die Kinder haben diese erraten. Danach haben wir uns die Formen nochmals angeschaut. Anschließend habe ich die Kinder auf Formensuche im Kindergarten geschickt. Ich habe sie dabei begleitet und die entdeckten Gegenstände fotografiert. Im Kreis hat jedes Kind im Anschluss von einem Gegenstand erzählt, den es gefunden hat. Diese Aktivität hat den Kindern besonders viel Spaß gemacht. Selbst einmal Entdecker zu sein ist eine aufregende Geschichte. Die Kinder haben auch festgestellt, dass manche Gegenstände aus mehreren Formen bestehen oder, dass in einer Form noch eine andere steckt.

4. Aktivität: Formenbild ausmalen
Aufbauend auf die vorherige Aktivität habe ich den Kindern ein Bild von einem anderen Kindergarten mitgebracht, so habe ich das Bild tituliert. Die Kinder haben die Besonderheit des Bildes (aufgebaut aus Formen) sofort erkannt. Wir haben genau nachgeschaut, welche Formen sie entdecken können. Nachdem jede Form einer Farbe zugeordnet war, haben die Kinder aus den Plastikformen die passende Form ausgesucht z. B. ein rotes Dreieck, da alle Dreiecke rot angemalt werden sollten. Diese Formen wurden in die Mitte gelegt, damit sie immer wieder nachschauen konnten, welche Farbe sie für welche Form verwenden sollten. Auf diese Weise haben die Kinder ihr Bild ausgemalt. Zum Abschluss haben wir die Anzahl der verschiedenen Formen gezählt und in einer grafischen Darstellung festgehalten. An der Länge der Reihe konnten die Kinder feststellen, welche Form am meisten und welche am wenigsten vorhanden war. Die Anzahl der Form, die am zweitlängsten/ -kürzesten war haben die Kinder als „Die in der Mitte“ benannt. Etwas verwirrt waren die Kinder, da die Formen auf dem Bild unterschiedliche Formen hatten z. B. ein breiteres und ein lang gezogenes Dreieck. Sie haben immer wieder nachgefragt, ob sie beide Dreiecksformen mit derselben Farbe anmalen sollten.

5. Aktivität: Gegenstand aus Formen selbst kreieren
Als Einstieg habe ich die Formen des Blattes auseinander geschnitten in die Mitte gelegt. Die Kinder haben nochmals wiederholt, was es für Formen sind. Mit dem Satz „Ich kann mit den Formen spielen!“ habe ich aus ein paar Formen einen Gegenstand gelegt z. B. Haus = Quadrat und Dreieck. Nun haben ich die Kinder aufgefordert „Wer kann auch mit den Formen spielen und hat eine Idee?“ Die Kinder haben mit den Formen verschiedene Gegenstände selbst gelegt z. B. Rakete, Kirche, Boot, Männchen usw. Jetzt hat jedes Kind selbst ein Blatt bekommen, auf welchem alle Formen kopiert waren. Sie haben die Formen mit verschiedenen Farben ausgemalt, um sie besser unterscheiden zu können und ausgeschnitten. Jedes Kind hat mit seinen eigenen Formen einen Gegenstand gelegt und ihn auf ein Blatt geklebt. Im Abschlusskreis hat jeder sein Bild gezeigt und erklärt, welche Formen er dazu verwendet hat.

6. Aktivität: Formen backen
Die Kinder haben mit Hilfe eines Bildrezeptes selbst die Formenplätzchen gebacken. Dabei mussten sie die Zutaten selbst abwiegen und abmessen, um den Teig herzustellen. Die Formenplätzchen haben die Kinder mit dem Messer aus dem Teig geschnitten. Nur für die Kreise haben sie ein vorgefertigtes Förmchen genommen. Mit Hilfe eines Küchenweckers haben die Kinder die Backzeit kontrolliert und tatsächlich ist kein Plätzchen verbrannt. Ich konnte feststellen, dass die Kinder im Umgang mit Formen mittlerweile schon vertrauter waren, denn es bereitete ihnen keine Schwierigkeiten, die Formen frei mit dem Messer aus dem Teig zu schneiden.

7. Aktivität: Sortieren, ordnen, logische Reihen
Ich habe alle selbst gebastelten Formen aus der 2. Aktivität durcheinander in die Mitte gelegt und die Kinder gefragt: „Wie kann man diese Formen sortieren?“ Die Kinder hatten viele verschiedene Ideen, welche ich zum Schluss noch ergänzt habe: nach Farbe, Größe, Formen und nach allen drei Kriterien. Nach jedem Sortieren habe ich die Kinder aufgefordert zu zählen, auf welchem Stapel es am meisten Formen gäbe. „Passt mal auf, was ich jetzt mache.“ Mit diesem Satz habe ich eine logische Reihe gelegt. Die Kinder haben schnell festgestellt, dass es ein Muster sei. Darauf habe ich sie aufgefordert, das Muster weiter zu legen. Zunächst habe ich immer wieder eine Reihe vorgelegt, erst mit wenigen Formen, dann mit immer mehr und die Kinder haben die Reihen weitergeführt. Anschließend haben die Kinder selbst Reihen erfunden, die ein anderes Kind weiter gelegt hat. Zum Abschluss habe ich in die Reihen einen Fehler eingeschmuggelt. Die Kinder sollten ihn erkennen und ausbessern. Die Kinder haben sehr schnell eine Regelmäßigkeit in den Reihen erkannt und konnten diese ohne große Schwierigkeiten weiter legen, auch als die Reihen schwerer wurden. Ein Kind hat das Muster einer Reihe spiegelverkehrt nachgelegt, was den anderen Kindern sofort aufgefallen ist. Sie meinten, dass das falsch herum sei.

8. Aktivität: Muster/Mandala erfinden
Zunächst haben die Kinder nochmals alle Formen nach Größe, Farbe und Form sortiert. Danach habe ich die Kinder an die vorangegangene Aktivität erinnert, bei welcher sie Muster in einer Reihe gelegt hatten. Ein Kind hat eine logische Reihe als Wiederholung gelegt. „Heute wollen wir nochmals Muster erfinden, die aber nicht in einer Reihe liegen.“ Ich habe Muster aus vier Formen im Viereck gelegt. Die Kinder haben sie nachgelegt. Erst habe ich wenig unterschiedliche Formen verwendet, am Ende mehrere. Es kam mir auch darauf an, dass die Kinder genau auf die Lage der einzelnen Formen achteten. Anschließend haben die Kinder sich gegenseitig Muster gelegt. Als Steigerung habe ich Muster vorgelegt, die Kinder mussten sie sich gut einprägen, dann wurden sie abgedeckt und sie sollten sie aus dem Gedächtnis nachlegen. Auch hierbei habe ich zunächst mit wenigen Formen angefangen und habe die Schwierigkeit zum Ende gesteigert. Diese Aufgabe war allerdings sehr schwer für die Kinder. Sobald das Muster drei verschiedene Formen enthielt, hatten die Kinder teilweise Schwierigkeiten, sich alle Formen zu merken. Besonders schwer war zudem die Lage der einzelnen Formen wiederzugeben. Zum Abschluss haben wir alle zusammen ein großes Muster/Mandala gelegt. Nachdem wir die Merkmale eines Mandalas angeschaut und besprochen hatten, habe ich den Mittelpunkt gelegt und die Kinder konnten jeweils eine Form anlegen. Das gelegte Mandala sollten die Kinder nun auf ein Papier zeichnerisch übertragen. Diese Aufgabe hat alles Können der Kinder abverlangt und die meisten konnten ohne Hilfe meinerseits das Mandala nicht abzeichnen. Sie konnten die Vielzahl der Formen nicht ordnen, bei weniger Formen wäre die Aufgabe kein Problem gewesen.

9. Aktivität: Bewegungserziehung mit Formen
Als Motivation habe ich mit Seilen die vier uns bekannten Formen Kreis, Dreieck, Rechteck und Quadrat auf den Boden gelegt. Die Kinder haben sie benannt. Zur Musik haben die Kinder sich im Raum bewegt. Ging die Musik aus sollten sie sich zu der genannten Form stellen. Im zweiten Durchlauf hatten sie die Aufgabe, um die Form zu gehen und als drittes, sich in die Form zu stellen. Nun hat jedes Kind ein eigenes Seil bekommen, was sie irgendwo im Raum auf dem Boden abgelegt haben. Sie haben sich wieder zur Musik bewegt. Ging die Musik aus, musste jeder sein Seil wieder finden, die genannte Form selbst auf den Boden legen und darüber balancieren. Ging die Musik nun aus, hatten die Kinder die Aufgabe mit allen ihren Seilen gemeinsam eine große Form zu legen. Diese Aufgabe war zunächst sehr schwierig für die Kinder, denn sie mussten sich ganz genau miteinander absprechen. Ein Kind hat festgestellt, dass sie genau so viele Seile benötigen würden, wie die Form Seiten hat. Die restlichen Seile müssten sie dann halt doppelt legen. Zuletzt sollten sie einen Kreis legen, in den wir uns rein gesetzt haben. Jetzt haben wir mit dem Körper Formen dargestellt, z. B. Arme als Kreis über dem Kopf oder Beine als Dreieck. Im Anschluss haben wir uns alle zum Kreis angefasst und so im Stehen die Formen gestellt. Dabei haben wir durch auseinander- und zusammengehen die Größe der Form verändert. Danach haben die Kinder ausgetestet, wie viele Kinder nötig sind, um mit dem Körper liegend auf dem Boden die Formen nachzulegen. Dabei war viel Kooperation und Kommunikation unter den Kindern nötig. Zum Abschluss haben wir das Spiel „Der Formenfänger“ gespielt: Die Kinder wurden in vier Gruppen eingeteilt und jeder Gruppe wurde eine Form zugeordnet. Jede Form hatte in einer anderen Ecke des Raumes ihr Haus. In der Mitte stand der Formenfänger und schlief. Nacheinander wurden die Formen aufgerufen und verließen ihr Haus. Sie bewegten sich um den Formenfänger herum. Wachte dieser auf, versuchte er die Formen zu fangen, die sich versuchten, in ihr Haus zu retten. Gefangene Formen wurden zu Gehilfen des Formenfängers.

10. Aktivität: Puzzle herstellen
Die Kinder mussten aus einem Säckchen Formen ertasten. Danach sollte sich jedes Kind jeweils einen Kreis, ein Dreieck, Quadrat und ein Rechteck aufzeichnen und ausschneiden. Die Formen waren jeweils einer Farbe zugeordnet, damit die einzelnen Puzzles leichter zu erkennen waren. Mit einer Form haben wir angefangen: Die Form wurde zunächst einmal durchgeschnitten und wieder versucht zusammenzusetzen. Danach haben wir sie nochmals durchgeschnitten und wieder versucht zusammenzusetzen. Solange bis die Form fünfmal durchgeschnitten war. So haben wir dam mit jeder Form versucht. Nun haben die Kinder alle Puzzleteile vermischt und es wurde gewürfelt. Die Form, welche gewürfelt wurde, musste nun zusammengesetzt werden. Zum Abschluss hat jedes Kind eine Pappschachte für seine Puzzleteile gestaltet, die sie mit nach Hause nehmen konnten.

11. Aktivität: Spiel „Zweifelturm“
Ein Gesellschaftsspiel vom Lern Spiel Verlag „Akzente“.
Kurze Beschreibung: Es werden vier Gruppen gebildet. Jede Gruppe bekommt eine Farbe zugeteilt. Zunächst müssen die Gruppen alle Formen ihrer Farbe raus suchen, danach die Formen in die einzelnen mathematischen Grundformen ordnen und zuletzt die einzelnen Grundformen von groß nach klein sortieren. Jedem Formenklötzchen ist eine Holzplatte zugeordnet, aus welcher genau diese Form ausgesägt ist. Der Spielleiter hält nun ein Holzplättchen hoch und die Kinder müssen per Augenmaß abschätzen, welches das passende Formenklötzchen ist. Dabei war es für die Kinder nicht unbedingt schwer, genau die passende Größe der Form zu finden, sondern vielmehr sich untereinander abzusprechen und sich auf eine gemeinsame Gruppenform zu einigen. Denn jede Gruppe darf nur ein Klötzchen auswählen. Um zu überprüfen, ob die passende Form gewählt wurde, wird das Holzplättchen auf den Turm gelegt und die Gruppen dürfen nacheinander ihre Form durch die Aussparung im Plättchen in den Turm fallen lassen. Dieser Spielablauf wird so oft wiederholt, bis alle Plättchen durchgespielt sind. Es kommt darauf an, dass man immer versucht, die genau passende Form zu finden, denn am Ende bleiben dann entsprechend weniger oder viele übrig. Gewonnen hat die Gruppe, welche am wenigsten Formen übrig hat, also am meisten die passende Form per Augenmaß ausgewählt hat. Die Kinder lieben dieses Spiel.

12. Aktivität: Formen im Kindergarten wieder finden
Die gemachten Fotos der Gegenstände, die wir in der 3. Aktivität im Kindergarten gefunden haben, habe ich verdeckt in die Mitte gelegt. Jedes Kind durfte sich zwei Fotos auswählen, zeigen und beschreiben, was auf seinem Foto abgebildet war. Es kam mir darauf an, dass sie auch nochmals wiederholten, welche Form der abgebildete Gegenstand hatte. Die Kinder haben sich dabei schnell an die damalige Aktivität erinnert. Anhand ihrer Fotos sollten sie nun die Gegenstände wieder finden, was ihnen kaum Probleme bereitete. Im anschließenden Kreis haben die Kinder nochmals beschrieben, wo sie ihre Gegenstände gefunden hatten. Mir war es wichtig, dass sie Begriffe, wie oben, unten, rechts von, links von, etc. verwendeten.
Nun haben wir uns nochmals gemeinsam auf den Weg gemacht und jedes Kind hat der ganzen Gruppe seinen abgebildeten Gegenstand gezeigt. Auf den Gegenstand haben die Kinder die passende Form, aus Klebefolie ausgeschnitten und aufgeklebt. Zum Abschluss haben wir die Fotos geordnet zu einem Diagramm und auf ein Plakat aufgeklebt. Die Kinder konnten so erkennen, welche Form am meisten gefunden wurde und welche am wenigsten. Wir haben die Formen auch noch gezählt und das Ergebnis unter dem Diagramm als Zahl und Würfelbild festgehalten.

13. Aktivität: Spielkreis
Als Einstieg habe ich den Kindern ein optisches Rätsel aufgegeben: Unvollständige Formen, die die Kinder vervollständigen sollten. „Mit diesen Formen werden wir heute Spiele machen.“ 1. „Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist rund.“ 2. „Mein rechter, rechter Platz ist leer, da wünsch´ ich mir das Kind mit dem roten Dreieck her.“ (Die Kinder hatten Formen, aus Klebefolie ausgeschnitten und auf den Pullover geklebt.) 3. „Der Obstkorb fällt um.“ (Abgewandelt passend zum Thema Formen) Den Spielkreis habe ich aufgelöst, indem die Kinder sortiert den Kreis verlassen haben: „Alle Dreiecke können gehen.“

14. Aktivität: Mosaik herstellen
Als Anschauungsmaterial habe ich Bilder von Mosaiken mitgebracht. Anhand der Bilder haben wir die Besonderheiten/Merkmale eines Mosaiks gemeinsam erarbeitet: ? Bild/Motiv aus einzelnen Steinen ? Quadrate und Dreiecke ? zwischen jedem Stein nur eine kleine Fuge. Nun wollten wir selbst Mosaike herstellen. Dazu hat jedes Kind zunächst einen Karton mit einer Farbe komplett bemalt. Anschließend habe ich den Karton mit der Schneidemaschine in viele kleine Quadrate und Dreiecke geschnitten, welche die Kinder nach Farben und Formen in Schälchen sortiert haben. Jedes Kind hat sich überlegt, was für ein Motiv sein Mosaik haben sollte. Dann konnte das „Mosaiksteinekleben“ losgehen. Zum Abschluss hat jedes Kind sein fertiges Mosaik der Runde gezeigt.

15. Aktivität: Abschlussfest
Als Festkleidung haben sich die Kinder Formenbrillen gebastelt. Zu den Brillen haben wir das Lied gesungen: „Meine Brille hat drei Ecken, drei Ecken hat meine Brille und hätt´ sie nicht drei Ecken, dann wäre es nicht meine Brille. Meine Brille hat vier Ecken ... Meine Brille hat keine Ecken ...“ Wir haben unsere gebackenen Formenkekse gegessen und ich habe eine Geschichte zusammen mit den Kindern zum Thema Formen gelesen. Ich habe die Worte gelesen und die Kinder haben die Formen gelesen. Am Ende hat jedes Kind eine Urkunde überreicht bekommen.

Freispiel
Die Kinder haben bei ihren Beschäftigungen während dem Freispiels unsere mathematischen Formen wieder finden können und erkannt. Mit manchen Materialien wie beispielsweise das Nikitinmaterial haben sie sich erstmals wieder während der Projektzeit beschäftigt.
Hier ein paar Beispiele, mit was sich die Kinder während dem Freispiel zum Thema „Formen“ beschäftigt haben:
• Nikitinmaterial
• verschiedene Legespiele
• Nagelspiel
• Gesellschaftsspiele: „Bunte Formen“, „Zweifelturm“
• Bauklötze

Reflexion
Das Projekt „Wir spielen mit Formen“ wurde insgesamt ansprechend gestaltet, dem Entwicklungsstand der Kinder entsprechend und unter Einbezug der „Brücke der Mathematik“ durchgeführt.
Die Kinder waren durch den „farbigen“ Einstieg über das Kunstwerk von Anfang an motiviert dabei. Sie haben während des Projektes viel Spaß am „Lernen“ gehabt, da ich versucht habe die Angebote abwechslungsreich (Wechsel zwischen handwerklichem Tun, Bewegung und kognitiver Beschäftigung), spielerisch unter Einbeziehung vieler Sinne und für die Kinder aktiv gestaltet habe.
Ich konnte auch feststellen, dass die Kinder im Freispiel sich verstärkt mit Formen beschäftigt haben. Sie haben zum Beispiel das Spiel „Zweifelturm“ selbst aus dem Regal genommen, obwohl sie es zuvor nur gespielt hatten, wenn eine Erzieherin es angeboten hat. Ebenfalls wieder entdeckt haben sie unser Angebot an Nikitinmaterial.
Der Einstieg „Bildbetrachtung“ hat mir zudem ermöglicht, den Entwicklungsstand der Kinder im Bezug auf das Thema festzustellen. Ich habe bemerkt, dass die Kinder unterschiedlich weit entwickelt waren. Manche kannten die Formen schon gut, auch beim Namen, für andere Kinder war der Umgang mit den Formen noch nicht bewusst.
Mir war es wichtig, dass wir viel wiederholt haben. Ich habe die Kinder immer wieder gezielt Formen raussuchen, sie sortieren und zählen lassen. Es hat sich aber auch gezeigt, dass die Kinder mit zwei Angeboten sehr gefordert bis überfordert waren. So bereitete ihnen das Übertragen des gelegten Mandalas auf Papier und das Nachlegen der abgedeckten Formenmuster Schwierigkeiten. Ich möchte diese Angebote immer mal wieder im Freispiel, bei Spielkreisen oder anderen Aktionen einbeziehen, da ich der Überzeugung bin, dass diese einfach noch mehr Übung bedürfen. Zudem wäre es hilfreich, erst einmal die Anzahl der Formen zu reduzieren, um sie dann nach und nach zu steigern.
Zum Ende des Projekts konnten alle Kinder sicher mit den Formen umgehen und sie beim Namen nennen. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um das Angebot zu erweitern, indem ihnen weitere mathematische Formen wie Sechseck oder Raute angeboten werden. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, auf mathematische Körper überzugehen. Das Thema ist noch lange nicht erschöpft und die Kinder auch nicht.

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