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Mit den Händen sprechen - eine besondere Art der Sprachbildung

Vortrag beim Fachforum am 24. 03. 2014
(von Dipl. Pädagogin Wiebke Gericke)

Die frühkindliche Sprach- und Sprecherziehung stand im Zentrum eines Fachforums, zu dem das Kompetenzzentrum Elementarpädagogik der Richard-von-Weizsäcker-Schule eingeladen hatte. Wiebke Gericke, die im Jahr 2005 die Initiative 'babySignal' (www.babysignal.de ) gründete, konnte als Referentin gewonnen werden und sprach über ihre Erfahrungen in Kursen, in denen Eltern und Kinder in kleinen Gruppen mit viel Spaß und Musik lernen, Gebärden in den Alltag zu integrieren. Babys können ab einem Alter von ca. acht Monaten einfache Gebärden wie "Essen", "Trinken" und "Schlafen" selber zeigen, wenn die Eltern sie ihnen, parallel zum normalen Sprechen, vorgemacht haben, betonte die Diplom-Pädagogin und Sprachförderin und wies darauf hin, dass Kinder viel früher in der Lage seien, ihre Hände zu kontrollieren als Stimme, Atmung und Sprechorgane: "Kleine Kinder können Gebärden zeigen, bevor sie sprechen können oder wenn ihnen die Aussprache von Worten noch schwerfällt." Das Thema verflüchtige sich, wenn die Kinder sprechen können, präzisierte Wiebke Gericke; was jedoch bleibe, sei die starke Handmotorik und vor allem eine verstärkte Aufmerksamkeit. Kinder zeigen über Gebärden, was sie wollen. Ich sehe als Eltern "Mein Kind ist kompetent" und das ist toll.

Sich sprachlich auszudrücken mit Gebärden ist zukunftsweisend. Wir haben als Gesellschaft noch nicht darüber nachgedacht, dass Gebärdensprachen eine sehr große Bedeutung haben. Es geht hierbei um echte Gebärden und keine ausgedachten Zeichen. Wir können Kinder mit verschiedenen Sprachen vor uns haben und dann nutzen wir die Gebärden. Es ist für alle, egal, welche Muttersprache sie haben, eine Information.

Bei Gebärden achtet man noch mehr auf Blickkontakt und baut einen Kontakt zum Kind auf. Durch Sprache mit Gebärden entsteht eine intensive Bindung zum Kind, die eine wertschätzende Beziehung verstärken kann.

Die Präsentation zum Fachvortrag finden Sie in der pdf-Datei (70 KB) >>
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