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Kooperation Kindergarten – Grundschule
(von Helene Kleinknecht)
Zusammenfassung des Workshops vom 17.11.2007

1 – Wo fängt Kooperation an?
Wenn sich die Erzieherinnen und Grundschullehrer/innen bewusst werden, wie wichtig der gegenseitige Austausch und der Nutzen für die Kinder ist. Auf dieser Grundlage kann sich Kooperation entwickeln.

2 – Wann fängt Kooperation an? (Alter des Kindes)
Aus der Gruppe: Es gibt gute Erfahrungen damit, die Kooperation auf die Kinder und Eltern auszudehnen, die im darauf folgenden Schuljahr erst eingeschult werden. Es werden Ängste abgebaut und Kontakte geknüpft. Beispielsweise an informellen Elternabenden, die für die aktuellen Vorschuleltern stattfinden.

3 – Nach welchen Vorgaben findet Kooperation statt?
Siehe Orientierungsplan und Verwaltungsvorschrift BW

4 – Wieviel Kooperation ist: möglich - notwendig - wünschenswert?
Konsens bei allen Teilnehmern: Soviel wie vor Ort leistbar ist. Da nach wie vor keine Zusatzstunden zur Verfügung stehen eine im Detail schwer zu beantwortende Frage.

5 – Wie kann man Kooperation gestalten? Was wird gemacht?
Siehe Arbeitsgruppen

6 – Weitergehende Anregungen für die Kooperation: Wie sieht es in anderen Einrichtungen aus?
Siehe Arbeitsgruppen

7 – Welche Möglichkeiten habe ich als Lehrerin? Ist Hilfe von außen möglich?
Zum 1.: die Möglichkeit sich über das Schulamt an die Fachberatung zu wenden.
Zum 2.: Schulleitung und Träger der Einrichtung

8 – Wie steigere ich die Kooperationsbereitschaft eines Kindergartens?
Elternbeiräte hinzuziehen z.B. durch eine Einladung zu einer Kooperationssitzung um die Inhalte der Kooperation transparenter zu machen. Zur Problematik in diesem besonderen Fall konnte keine befriedigende Lösungsmöglichkeit gefunden werden.

9 – Wie funktioniert die Vernetzung Kiga und Grundschule? Wer macht was oder hat Ideen?
Siehe Arbeitsgruppe

10 – Was denken sie zum zukünftig geplanten fließenden Übergang von Kiga zur Grundschule?
Leider war die Zeit für diesen Diskussionsansatz zu kurz.

11 – Wer kennt Projekt „Schulreifes Kind?
Stichworte: Schuleingangsdiagnose? Schulbesuche? Schnuppertage?

Hinweis auf Handout mit Informationsquellen zum Thema.

12 – Wie intensiv sollten die Lehrergespräche zwischen Erzieherin und Lehrer sein, bei den HA- Kindern im Kindergarten? (HA = Hausaufgaben)
Es erging auch hier der Hinweis auf die Adressen im Handout. Aber die Moderatorin konnte aus der eigenen Praxis auf die Notwendigkeit dieser Gespräche hinweisen, die in ihrer Einrichtung fest installiert sind. Der Austausch ist vor allem deshalb so wichtig, weil jede Lehrkraft evtl. andere Schwerpunkte setzt und die Kinder nicht verunsichert werden sollen. Die Erzieherin hat oft den sozialen Hintergrund des Kindes im Blick und kann vermitteln. Auch hier ist die Zustimmung der Eltern Voraussetzung.

Arbeitsgruppe – Möglichkeiten von gemeinsamen Aktionen oder Verknüpfung zwischen Kindergarten und Grundschule

Laternenfest:
  • Es gibt eine Einladung des Kindergartens an die Grundschule für einen gemeinsamen Laternenlauf
  • vorstellbar wäre auch ein gemeinsamer Laternenbasteltag
Weihnachtsfeier:
  • Die Möglichkeiten: liegen auf beiden Seiten, siehe oben
  • Es wäre auch ein gemeinsamer Familiengottesdienst denkbar,
    der von Kindergartenkindern und Grundschülern vorbereitet
    wird. Voraussetzung ist eine gute Zusammenarbeit mit dem
    jeweiligen Pfarramt.
Aktion: „Ich freu mich auf die Schule“
  • Schulanfänger übernachten im Kiga
  • Schulanfänger – „Rausschmiss“
  • Die gerade eingeschulten Grundschulkinder werden in den Kiga eingeladen und zeigen ihre Ranzen samt Inhalt.
  • Es werden Patenschaften zwischen den Grundschülern und den Vorschülern gegründet, die bereits während der Kooperation Aufgaben übernehmen
    - z. B. Wir zeigen euch das Schulhaus
    - Wir begleiten euch beim Schulbus fahren
    - Was spielen wir in der „Großen Pause“…
Besuchstage:
  • Die ehemaligen Kindergartenkinder erhalten bei ihrem Abschied Gutscheine für eine bestimmte Anzahl von Besuchstagen in ihrem „alten“ Kindergarten.
Projekte:
  • Hier sind Ideen gefragt, die von Erzieherinnen und Grundschullehrer/innen in Abstimmung mit dem Lehrplan oder den Schulprojekttagen gemeinsam gesammelt werden müssen. Als Beispiel wurden angeführt:
    - Projekt: Wald oder Waldtag. Viele Kiga´s haben feste Plätze, die für ein solches Projekt genutzt werden können.
    - Gemeinsame Wandertage

Arbeitsgruppe – Kooperation beim gemeinsam gestalteten Elternabend

Themen:
  1. Die Grundschule kennt die Fertigkeiten, die die Kinder benötigen und stellt diese vor.
    Der Kindergarten zeigt auf wie die pädagogische Arbeit im Kindergarten diese Fertigkeiten fördert.
    Gemeinsamkeiten im Tagesablauf werden aufgezeigt, an denen die Kooperation und das gegenseitige Wahrnehmen von Kiga und GS sichtbar werden.
    Z.B. Der Tag beginnt mit einem Ritual, Lied / Morgenkreis / Welcher Tag ist heute / was wird heute alles gemacht…
  2. Gemeinsamer Themenabend:
    Gesundes Vesper – gesundes Pausenbrot
    Die Eltern von Grundschule und Kindergarten werden gemeinsam eingeladen. Erzieher und Lehrer berichten über ihre Erfahrungen, unterstützt durch einen Referenten zum Thema Ernährung.
  3. Eine Idee greift die Vorstellung am Elternabend auf:
    Die Eltern versuchen herauszufinden, welches Kind das älteste und welches das jüngste Kind ist und stellen sich gegenseitig vor. Die Reihenfolge wird in einer Bilderfolge oder Kärtchenfolge festgehalten. Die Lehrerinnen haben so eine gute Zuordnungsmöglichkeit der Kinder zu ihren Eltern.
  4. Sinnvoll erscheint auch die Terminvorverlegung des Informationsabends vom Frühjahr des Einschulungsjahres in den Herbst des laufenden Schuljahres. Zu diesem Elternabend können, dann auch die Eltern der nachfolgenden Vorschulkinder eingeladen werden, denn es geht nicht um organisatorische Schulangelegenheiten, sondern um die Inhalte der Kooperation. So kann der 1. Elternabend in der Schule für die neuen Grundschulkinder bereits vor den Sommerferien stattfinden.

Eine Idee zum Schulanfang möchte ich noch anfügen:
(Sie wurde mir im Anschluss an den Workshop noch erzählt)

Der Einschulungsgottesdienst wird dort bereits donnerstags gefeiert und die Kinder werden nach dem Gottesdienst von ihren Lehrkräften in der Schule erwartet. Hier bekommen sie je nach Klasse z.B. ein kleines farbiges Fähnchen, so dass sie sich ihre Zugehörigkeit leichter merken können.
Dann geht es in die Klassenzimmer, in dem als erste gemeinsame Aufgabe eine Gemeinschaftsarbeit das Zimmer verschönern soll. Diese Dekoration wurde bereits im Kindergarten vorbereitet und bildet so einen schönen Verknüpfungspunkt.
Der Freitag ist dann ein „ganzer“ Schultag, auf den sich alle Kinder freuen.

Ich hoffe keine Anregung vergessen zu haben und wünsche Ihnen beim Ausprobieren viel Erfolg.

weitere Informationen zur Kooperation als pdf-Datei (148 KB) >>
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